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  • Thermalright Chill Factor Wärmeleitpaste im Test - Seite 1/1

    Wärmeleitpasten - sie sind essentieller Bestandteil jeder CPU-Kühlkörper Verbindung und doch schenkt man ihnen kaum Beachtung. Grund genug, den Versuch zu starten, das Thema einmal anzureißen. Maßgeblichen Anlass dazu bietet uns die kürzlich stattgefundene Vorstellung einer Wärmeleitpaste seitens des High-End Kühlerherstellers Thermalright. Dem sonstigen qualitativen Anspruch des Herstellers folgend, sollte das Produkt namens "Chill Factor" auch höheren Ansprüchen genügen. Dennoch erlauben wir uns den Vergleich mit zwei eher einfache Pasten, die, speziell für einen Testfall zutreffend, als Standardausstattung im Lieferumfang vieler Kühler auftauchen.

    Welche Ergebnisse wir während des Tests erhielten, möchten wir im Folgenden darlegen.

    Visit pc-cooling.de!


    Zunächst möchten wir uns aber noch bei Do-Woon Kim vom PC-Zubehör Versender pc-cooling.de ganz herzlich für die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung des Testsamples bedanken.

    Wärmeleitpaste - das notwendige Übel

    Betrachtet man die thermische Leitfähigkeit einer gewöhnlichen Wärmeleitpaste (folgend WLP) und vergleicht sie mit den Wärmeleitwerten der bei CPU-Kühlern üblicherweise zum Einsatz kommenden Materialien Kupfer und Aluminium, so müsste man eigentlich prinzipiell vom Einsatz von WLP dringend abraten. Grund dafür ist, dass WLP eher Isolator als Leiter und ihre Bezeichnung daher eigentlich ein Paradoxon ist. Betrachtet man allerdings zusätzlich zu den beiden genannten Sachen - Kühlermaterial und WLP - noch das Medium Luft hinsichtlich seiner Wärmeleitfähigkeit, so erschließt sich langsam der Sinn (wörtlich wie technisch) von WLP. Denn während gängige WLP im Schnitt mit einer Wärmeleitfähigkeit von 6W/(m*K) aufwarten1, bietet Luft mit 0,02W/(m*K) nahezu keine Wärmeleitfähigkeit mehr.
    Da nun die Oberflächen von Kühlerböden, CPU/GPU-Heatspreadern und -kernen im Regelfall nicht gänzlich eben sind - das trifft insbesondere auf die Böden diverser Kühler zu - sondern mit allerlei Unebenheiten versehen sind, macht hier der Einsatz von WLP ganz besonderen Sinn. Denn lediglich durch sie wird ein luftfreier Kontakt zwischen zu kühlendem Objekt und Kühler gewährleistet, was eine bestmögliche Wärmeübertragung erst ermöglicht.

    1 ermittelt aus 7 Werten zwischen 2,5 - 9,1W/(m*K) gemäß Tabelle auf tweakers4u.de

    Thermalright Chill Factor

    Thermalright Chill Factor Verkaufsverpackung


    Die Wärmeleitpaste von Thermalright erreichte uns in einer schlichten Verkaufsverpackung, die nur die nötigsten Informationen über den Inhalt bietet. Auch die Internetpräsenz des Herstellers bietet in diesem Kontext nur unwesentlich mehr Infortmationen. Allerdings ließen sich hier ein paar grundlegende technische Informationen zur Wärmeleitpaste recherchieren. Näheres zur Zusammensetzung offenbart uns aber auch Thermalright nicht, da hier sicherlich z.T. strenge "Betriebsgeheimnisse" gehütet werden müssen. Gemäß der Angaben des Herstellers ergeben sich nun folgende Eigenschaften der WLP. Sie ist...
  • elektrisch nicht leitend
  • hitzebeständig
  • frei von gesundheitsschädlichen Inhalten
  • leicht aufzutragen und wieder zu entfernen

  • ...und beinhaltet mikroskopisch kleine Partikel, damit auch noch so kleine Unebenheiten gefüllt und Lufteinschlüsse vermieden werden können. Auch wenn Thermalright angibt, die Paste sei frei von gesundheitsschädlichen Chemikalien, so ist sie doch ungeeignet, um Kinder damit zu beschäftigen, ein Brot damit zu schmieren oder eine Anwendung als Augensalbe in Erwägung zu ziehen - Warnhinweise, die sich ebenfalls auf der Packungsrückseite wiederfinden. Jedenfalls bleibt die Frage offen, was Thermalright unter hitzebestäding versteht. Ein konkreter Temperaturbereich, in dem die Paste eine arbeitsfähige Konsistenz besitzt, wird nirgends angegeben.

    Thermalright Chill Factor


    Rein technisch gesehen bietet Thermalrights "Chill Factor" dem geneigten Anwender folgendes:

  • Farbe: weiß
  • Packungsinhalt: 4,8ml
  • Wärmeleitwiderstand: 0,047(°C*in²/W)
  • Einsatzdauer nach Verwendung: 12 Monate


  • Besonders interessant an dieser Tabelle finden wir den Sachverhalt, dass der Hersteller seinem eigenen Produkt eine beschränkte Einsatzdauer bescheinigt. Bestätigt wird damit in gewisser Hinsicht die allgemein kursierende Aussage, dass WLP einem Alterungsprozess (Aushärtung) unterworfen ist, der ihre Leistungsfähigkeit auf Dauer schwinden lässt.
    Ebenfalls - nur auf eine andere Art und weise - interessant finden wir die Angabe des thermischen Widerstands. Diese erfolgt ohne Angabe einer Einheit, was den Wert unserer Meinung nach hinfällig machen würde und uns daher veranlasst hat, die höchstwahrscheinlich hier gemeinte sowie üblicherweise in diesem Kontext zum Einsatz kommende Einheit °C*in²/W (~ 6,45*10-4 m²*K/W) in Klammern setzend hinter den Wert zu schreiben.

    Test

    Anwendung von Thermalrights Chill Factor


    Der Ablauf der Tests war in beiden bei uns durchgeführten Anwendungsfällen ähnlich. Zum einen wurde die WLP von Thermalright auf einem Thermaltake Sonic Tower - CPU-Kühler verwendet, andererseits kam sie auf dem kürzlich bei uns getesteten ZEROtherm GX 810 - GPU-Kühler zum Einsatz. In beiden Fällen wurde für das einholen von Referenzwerten ein Vergleich mit der jeweils dem Kühler mitgelieferten WLP angestellt. Dem Thermaltake Sonic Tower lag zu diesem Zweck ein Blister der allseits bekannten Silmore-WLP bei, während es bei ZEROtherm etwas spezieller wurde und eine hauseigene Mixtur Anwendung fand.

    Von oben nach unten: Thermalright Chill Factor, Silmore WLP, ZEROtherm WLP


    Die Testprozedur war in beiden Fällen identisch. Um eine höchstmögliche thermische Last zu erzeugen, wurden beide Prozessoren mit entsprechender Software zu 100% belastet. Für die CPU kam dabei der RC5-72-Client in Spiel, während wir uns bei der Auslastung der GPU des aktuellen ATITools bedienten, was ja mittlerweile auch auf NVidia-basierten Karten arbeitet. Dokumentiert wurden jeweils die höchsten im Test erreichten Temperaturwerte.

    Die zu kühlenden Komponenten waren...

  • ein AMD Athlon 64 4000+ und
  • eine Asus GeForce 6800


  • ...die beide auf einem Abit AV8 betrieben wurde. Das Auslesen der Temperaturwerte erfolgte mit Everest und Speedfan als Vergleichsinstanz.

    Kühler & WLP max. Temperatur
    Thermaltake Sonic Tower* & Silmore WLP 47°C
    Thermaltake Sonic Tower* & Thermalright WLP 47°C
    ZEROtherm GX 810** & ZEROtherm WLP 61°C
    ZEROtherm GX 810** & Thermalright WLP 60°C


    * Im Sonic Tower war ein 120mm Enermax-Lüfter @ 1200U/min montiert.
    ** Die erreichte Lüfterdrehzal des GX 810 betrug in beiden Fällen ca. 1500U/min.

    Fazit

    Die erreichten Ergebnisse entsprachen zwar nicht ganz unseren Erwartungen, aber auch wenn sich hier der Name eines renommierten High-End Kühlerherstellers wiederfindet - Wunder kann man von einer WLP dieser Art sicherlich nicht erwarten. Dafür muss allerdings auch erwähnt werden, dass es sich bei der Chill Factor Paste von Thermalright um ein nicht leitendes, sehr leicht aufbringbares und ebenso einfach wieder zu entfernendes Medium handelt, das sich keinerlei Schwächen geleistet hat. Ebenfalls bemerkenswert finden wir die Erwähnung der eingeschränkten Einsatzdauer der Paste von 12 Monaten gegenüber dem Nutzer, die indirekt besagt, dass eine nach Ablauf dieser Zeit auftretende Verschlechterung der Kühlleistung durchaus auf die WLP zurückzuführen ist und sich somit auch entsprechend schnell und einfach beseitigen lässt.
    Die Packungsgröße, in der die Thermalright Chill Factor WLP zu erwerben ist, lässt etliche Anwendungen zu und empfiehlt sich daher für Vielanwender bzw. Nutzer, die oft und routiniert an den Kühleinrichtungen ihres Rechners schrauben. Aber auch für Einsteiger in die PC-Bastelei ist diese Paste auf Grund ihrer Produkteigenschaften eine Empfehlung wert, zumal sie entgegen den Kühlern oftmals beigelegten WLP-Blistern wiederverschließbar ist. Alles in allem ist uns das unseren Hardware-Award in Silber wert.

    HardwareEcke Silber-Award


    S.K.


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