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  • Übertakten von AMD Athlon 64 Systemen

    Als erstes ist es sicher sinnvoll und hilfreich sich über die Architektur, die diversen Kerne, sowie die unterschiedlichen Sockel von Athlon 64 Cpus zu informieren. So sind z. B. bei den FX-Modellen die Multiplikatoren frei wählbar und bei allen anderen Modellen nur nach unten offen. Bei den Kernen (sledgehammer, clawhammer, newcastle, winchester, venice, sandiego) gibt es ebenfalls wissenswerte Unterschiede, wie z. B. Fertigungstechnik oder Abwärme,....Außerdem gibt es bis jetzt 3 verschiedene Sockel (754, 940, 939) mit ebenfalls unterschiedlichen Eigenschaften. Eine Fülle von weiteren Infos auf Wikipedia. Auf die neuen Dualcore-CPUs X2 (manchester, toledo) werde ich in diesem Guide noch nicht näher eingehen, da ich auf diesem Gebiet noch nicht die nötige Erfahrung sammeln konnte -> kommt aber noch!


    Jetzt aber ans Eingemachte!

    Um ein Athlon 64 System sinnvoll und kontrolliert zu übertakten, ist es hilfreich, erstmal die Grenzen der einzelnen Komponenten herauszufinden/zu kennen. Wie man das anstellt, versuche ich im folgenden Text zu erklären.


    Motherboard

    Zuerst versuchen wir also mal herauszufinden, wieviel Referenztakt (HTT) das Motherboard mitmacht. Dazu regelt man erstmal den Arbeitsspeicher (RAM) mit Hilfe eines Teilers herunter (100, 133 oder so) und stellt dann den Multiplikator des Prozessors auf einen genügend niedrigen Wert, damit der maximale HTT des Motherboards, den es ja rauszufinden gilt, nicht falscherweise durch den Prozessor begrenzt wird. Zuletzt stellen wir auch noch den HTT-Multi herunter. Hier würde ich zum testen einen Wert von 2 oder 3 wählen.
    Jetzt einfach den HTT in 10er Schritten hochschrauben und schauen wie weit man kommt. Dann kann man natürlich noch mit 5er oder noch kleineren Schritten feintunen! Die Stabilität des Maximaltaktes des Motherboards teste ich bevorzugterweise mit dem kleinen Tool Superpi (rechnet pi auf xx millionen Stellen aus). Wenn 8 Millionen Stellen ohne Probleme durchgerechnet werden ist der Takt ausreichend stabil. Um sich bombensicher zu sein, muss man dann schon Prime95 mindestens 12 Stunden durchlaufen lassen. Weil das aber zu zeitaufwendig ist, machen wir das erst, wenn wir die Stabilität des fertig-übertakteten Systems testen :)

    also nochmals zusammengefasst:
    --RAM runter regeln (Teiler)
    --CPU Multi runter
    --HTT Multi runter (auch IDT-Multiplikator genannt)
    --bei schrittweiser Erhöhung des HTT den maximalen Referenztakt des Boards herausfinden.


    Prozessor

    Als nächstes werden wir versuchen herauszufinden, wie weit sich die CPU (Central Processing Unit = Prozessor) übertakten lässt. Das ist der einfachste Teil der ganzen Prozedur! Hierzu muss man ebenfalls den Arbeitsspeicher (RAM) mit Hilfe der Teiler herunterregeln und auch den HTT-Multiplikator heruntersetzen (3 ist hier der wohl gebräuchlichste Wert). Den Multi des Prozessors belässt man am besten auf der Standard-Einstellung. Jetzt beginnen wir damit, den Referenztakt (HTT) von 200 weg anzuheben. Auch hier erst in 10er, 5er und am Ende zur Feineinstellung sogar in 1er Schritten. Die Stabilität testet man auch hier wieder mit Superpi (8m oder 16m, 32m ...je höher desto sicherer/stabiler) und beim entgültigen Übertakten dann mit Prime95. -> stößt man dann an die Grenzen der Stabilität (Superpi rennt nicht mehr durch, Abstürze, PC bootet gar nicht mehr,...), kann man damit beginnen, die Prozessorspannung (VCore) in kleinen Schritten anzuheben. Da dies aber zu stärkerer Erhitzung der CPU führt, ist gute Kühlung angesagt und auch dann muss man die Temperaturen immer im Auge behalten. Diese sollte bei A64-Prozessoren immer unter 60°C (besser 55°) bleiben da sonst die Lebensdauer stark verkürzt wird (Stichwort Elektromigration). Mit guter Luftkühlung sind 1,6v VCore ein guter Grenzwert, mit guter Wasserkühlung bzw. Kompressorkühlung gehen auch noch höhere Einstellungen.

    Also nochmals zusammengefasst:
    --RAM runterregeln (Teiler)
    --HTT Multi runter (am besten auf 3)
    --bei schrittweiser Erhöhung des HTT (+VCore) den maximalen Takt des Prozessors herausfinden.


    Arbeitsspeicher

    Hier möchte ich zu allererst mal mit der Verteufelung des sogenannten "asyncronen Taktes" aufräumen. War dieser bei den älteren AMD-Prozessoren wirklich schlecht und brachte starke Performanceeinbußen, ist dies bei Athlon 64 CPUs nicht mehr der Fall und so etwas wie asyncronen Takt gibt es hier auch gar nicht mehr wirklich. Da viele Arbeitsspeicher-Marken und Modelle absolut nicht zum Übertakten geeignet sind, ist es also überhaupt kein Problem den Arbeitsspeicher mit Hilfe eines Teilers anders als 1:1 mit dem HTT zu betreiben. Allerdings kann man den Teiler in der Regel nur indirekt wählen. Im BIOS heißen die Einstellungen meist 200, 166, 133, 100 oder manchmal auch die doppelten Werte (DDR!) 400, 333, usw... Für welche genauen Teilerwerte diese Stellvertreter allerdings stehen ist nicht immer gleich, sondern hängt vom jeweils eingestellten CPU-Multi ab! UM das genauer zu erklären, nehmen wir hier mal den Teilervertreter 166 (333) zur hand:

    -bei einem Multiplikator von 12 (z. B. 3800+, 4000+) beträgt der tatsächliche 166er Teiler also theoretisch* CPU/14,457831.... (2400/14,457831...=166)
    -bei einem Multiplikator von 11 (zB. 3500+, 3700+) beträgt der tatsächliche 166er Teiler dann theoretisch* CPU/13,253012....(2200/13,253012...=166)
    -bei einem Multiplikator von 10 (zB. 3200+, ..........) beträgt der tatsächliche 166er Teiler dann theoretisch* CPU/12,048192....(2000/12,048192...=166)

    Die Tatsächlichen Werte sind also unterschiedlich, so dass bei den verschieden getakteten CPUs (2,4ghz, 2,2ghz, 2ghz,...) der 166er Teiler trotzdem immer theoretisch* 166mhz RAM-Takt ergibt. *Die Einschränkung "theoretisch" verwende ich hier deshalb immer, weil die Werte von den Herstellern eher etwas zu gross gewählt werden um den Speicher lieber ein wenig unter Spezifikation laufen zu lassen, als darüber!
    Man multipliziert den verwendeten CPU-Multi also immer mit 200 und rechnet sich dann den Teiler aus, der beim resultierenden CPU-Takt 166 MHz Speichertakt ergibt. ->dieser Teiler bleibt nun (für diesen Cpu-Multi) immer gleich, unabhängig von jeder Veränderung des Referenztaktes!!! (klingt ein wenig kompliziert, ...ist es auch! ...direkt einstellbare Teiler wären wohl jedem overclocker mehr als recht.)


    Will man, bzw. KANN man seinen RAM aber doch über Normaltakt betreiben, geht man am besten wie folgt vor - wobei ich gleich vorweg nehmen möchte, dass es recht aufwändig ist hier die verschiedenen Grenzen auszuloten!!! Ich hatte schon jede Menge verschiedene Speichermodule und habe folgende Testmethode als die für mich sinnvollste befunden: und zwar erstelle ich mir eine Liste, die für die jeweiligen Timing-Einstellungen den Maximaltakt festlegt. Also erstmal den Prozessor wie oben schon besprochen runterregeln. Die Spannung für den Arbeitsspeicher (VDimm) auf den gewünschten Maximalwert stellen (da die verschiedenen Marken und Modelle unterschiedlich viel vertragen/brauchen kann man hier keine eindeutigen Grenzwerte nennen). Dann die Timings auf die schärfst möglichen Einstellungen setzen (niedriger ist besser!) und in kleinen Schritten den HTT anheben (5er Schritte?!). Hat man dann den Maximaltakt erreicht (mit Superpi bzw memtest86 auf Stabilität testen), notiert man diesen erstmal. Danach stellt man die Timings ein bisschen lockerer ein und beginnt die ganze Prozedur von vorne. Am Schluss hat man dann eine recht praktische Liste! ...bei mir sieht die zb so aus:

    2-2-2-5 .....210mhz T1
    2-3-3-6 .....225mhz T1
    2,5-3-3-7...255mhz T1
    2,5-4-4-8 ..277mhz T1

    Commandrate T1 ist dabei T2 immer vorzuziehen weil man mit T2 stark an Performance verliert! (mir kommt T2 nicht ins haus :))


    Abschluss

    Jetzt wo man die Grenzen seiner einzelnen Komponenten kennt, ist das eigentliche Übertakten, also das Einstellen des Systems für den täglichen Gebrauch, ein Kinderspiel! Man sucht sich einfach die bestmögliche Einstellung aller 3 ausschlaggebenden Teile und testet das Ganze noch mal ausgiebig mit Prime95 (Optionen/Torture Test/Blend). Wenn dies in 12-24 Stunden keine Fehler ausgibt und die Temperatur dabei nicht über 60°c klettert, hat man sein Athlon 64 System gut und ordentlich overclocked.

    In meinem Fall z. B.:
    277x11,5 = 2908mhz bei 277mhz RAM-Takt
    auf chinesisch: (HTT) x (CPU-Multi) = (CPU-takt)
    und da der Speicher auf Teilereinstellung 200 gestellt ist, läuft er ebenfalls mit 277mhz (also 1:1 zum Referenztakt). Der HTT-Multi bleibt dabei auf dem Wert 3 (also 3x277=831), was mehr als ausreichend ist.



    Viel Glück, Erfolg und natürlich auch Spaß beim Übertakten!




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