
Abbildung: SCSI Unterteilung
Die SCSI-Schnittstelle gibt es in verschiedenen Varianten
(siehe Tabelle), die sich in der Datenübertragung unterscheiden. Die Signale
können auf 8 Bit (Narrow) oder 16 Bit (Wide) breiten Bussen übertragen werden.
Am 8 Bit Bus können bis zu 8 Devices und am 16 Bit Bus bis 16 Devices
angeschlossen werden. Beide Busse verfügen über die Verkabelungsarten
Single-Ended (SE) oder Differential (DI) SE-SCSI überträgt das Signal nur auf
einer, DI-SCSI dagegen auf zwei Leitungen. Bei der Auswahl ist darauf zu achten,
dass die SCSI-Schnittstelle des Laufwerks mit der des Host-Bus-Adapters
übereinstimmt.
Synchroner und Asynchroner
Datentransfer
Beim synchronen Datentransfer werden mehrere
Bytes auf einmal gesendet und dann bestätigt, wobei beim asynchronen
Transfer jedes Byte separat gesendet und bestätigt wird. Dadurch ist der
Overhead beim synchronen Modus kleiner und die Transferrate höher. Grundsätzlich
können alle Peripheriegeräte asynchron arbeiten. Synchronlaufwerke und
-Controller stellen vor dem Datenaustausch durch Handshaking fest, ob der
Partner synchronen Datentransfer beherrscht und wählen dann die entsprechende
Transferart. Heutige Laufwerke und Hostadapter beherrschen in der Regel den
synchronen Transfer.
SCSI-1:
Ist die erste von ANSI als
Standard verabschiedete Schnittstelle, Sie unterstützt primär nur Festplatten
und Bandlaufwerke. SCSI-1 ist heute nicht mehr konkurrenzfähig, da der Overhead
der Datenübertragung bei 90%, der nur asynchrone Datentransfer bei max. 1 MByte
liegt und nur im Single-Ended Modus möglich ist. Die Grafik zeigt einen
50-poligen SCSI Stecker, wie er heute oftmals noch im Einsatz vorkommt.

Abbildung: SCSI Stecker
Centronix
Der 50-polige Anschluss an den SCSI Devices wurde
standardmäßig beibehalten, erst ab Wide-SCSI kommt der 68-polige Anschluss zum
Einsatz.
Abbildung: SCSI-Anschluss an
Device
Abbildung: WIDE SCSI Stecker
Anmerkung zu Centronix Steckern bei
SCSI-1
Die ersten SCSI Stecker waren einfache parallele 25-polige
Stecker. Bei einigen älteren Computermodellen und Controllern ist diese
Steckerart noch vorhanden (z.B. Apple Macintosh II). Da die Verwechslungsgefahr
mit dem Druckeranschluss groß war, wurden die Steckerbelegungen zumindest so
gewählt, dass keine Kurzschlüsse geschehen konnten. Ausnahmen bestätigten auch
hier die Regel und so wurde der alte 25-polige Anschluss durch den neuen
unverwechselbaren Centronix Anschluss
abgelöst.
SCSI-2
Wurde im Vergleich zu SCSI-1 wesentlich
verbessert. Der Kommandosatz (CCS, Common Command Set) wurde um eine Anzahl
zusätzlicher Kommandos erweitert, welche die Unterstützung für Festplatten,
Bandlaufwerke, WORMs, CDROMs, Scannern oder Jukeboxen verbessern oder erst
ermöglichen. Neben dem neuen Kommandosatz enthält die Spezifikation auch eine
höhere Datentransferrate von 10 MByte/sec.
Die Grafik zeigt einen
Fast-SCSI Stecker, dieser bildet heute den Standardstecker bei SCSI.

Abbildung: Fast SCSI
Der 50-polige Anschluss an den SCSI Devices wurde auch bei
SCSI-2 standardmäßig beibehalten, erst ab Wide-SCSI kommt der 68-polige
Anschluss zum Einsatz.
Abbildung: SCSI Stecker an
Festplatten
Fast-SCSI
(Fast-SCSI 8 Bit Busbreite),
sowie die Möglichkeit, die Datenbusbreite auf 16 oder 32 Bit (Wide-SCSI)
zu erhöhen. Durch Kombination von FAST- und WIDE-SCSI sind Transferraten bis zu
40 MByte möglich. Die Grafik zeigt einen FAST-SCSI Anschlussstecker mit seinen
50 Pins.
Abbildung: FAST SCSI Stecker
Die Grafik zeigt einen WIDE-SCSI
Anschluss mit seinen 68 Pins.
Komplettrechner mit dieser SCSI Version (mit dem 68-poligen
Anschluss) werden mittlerweile sehr oft mit einem speziellen Anschlusskabel
ausgeliefert. Das SCSI Kabel ist an einem Ende aktiv terminiert, so umgeht man
das Problem einzelne Devices terminieren zu müssen. Verwechslungen sind auf
diese Art ausgeschlossen. Diese Vorgehensweise stammt aus dem Profi Bereich.
Solche Lösungen sind dort schon längst üblich.
Abbildung: WIDE SCSI Anschluss
Hinweis: Fast, Wide, Ultra und LVDS
Bei
SCSI-Hostadaptern hat man derzeit die Wahl zwischen Fast-, Wide-, Ultra- und
Ultra-Wide-SCSI. Zukünftig kommt noch LVDS (Low Voltage Differential
SCSI, auch als Ultra2-SCSI bezeichnet) hinzu, aber noch gibt es dazu noch keine
Geräte am Markt. Es wird doppelt so schnell wie Ultra-SCSI sein und dennoch
Kabellängen bis zu 12 Meter zulassen.
Fast-SCSI Steckkarten
sterben allerdings langsam aus. Dieser 8 Bit breite SCSI-Bus kann maximal acht
SCSI-Devices (Hostadapter plus sieben Geräte) ansteuern. In seiner langsamsten
Betriebsart, dem sogenannten Asynchronous Mode, erreicht er eine
Datentransferrate von 5 MByte/s. Schneller arbeitet der von allen
Fast-SCSI-Adaptern beherrschte Synchronous Mode (10 MByte/s). Die maximale
Kabellänge bei Fast-SCSI beträgt 3 Meter; kommen nur betagte asynchrone Geräte
zum Einsatz, so darf das Kabel sogar sechs Meter lang
sein.
WIDE-SCSI
Wide-SCSI ist die 16-Bit-Variante
von Fast-SCSI. Der doppelt so breite Datenbus sorgt zum einen für eine insgesamt
verdoppelte maximale Datentransferrate von 20 MByte/s, zum anderen können über
die 16 Datenleitungen auch 16 Geräte (15 plus Hostadapter) adressiert werden.
Die maximale Kabellänge beträgt wie bei Fast-SCSI drei Meter.

Abbildung: WIDE SCSI
Abbildung: WIDE SCSI
Steckverbindung
Die gleiche Datenrate wie Wide-SCSI, nämlich 20
MByte/s, erreicht der auch nur acht Bit breite Ultra-SCSI-Bus. Will man
mehr als vier Devices (Hostadapter plus drei Geräte) anschließend, so darf das
SCSI-Kabel maximal 1,5 Meter lang sein, ansonsten sind 3 Meter
erlaubt.
Die gleiche Beschränkung für die Kabellänge gilt auch bei
Ultra-Wide-SCSI. Der extra breite Datenbus (16 Bit) sorgt hier für eine
Datenrate von maximal 40 MByte/s. Die maximalen ansteuerbaren SCSI-Geräte
bleiben aber auf 8 begrenzt. Einzig die selten anzutreffenden
Ultra-Wide-Hostadapter mit Diverential-Interface können 16 Devices
ansteuern (maximale Kabellänge: 25 Meter). Die Hostadapter-Elektronik kann zwar
bis zu 15 Geräte ansteuern, aber für mehr als 7 ist reflexionsbedingt kein
störungsfreier Betrieb gewährleistet.
SCSI-3
Ist eine noch
in Bearbeitung befindliche neuere Norm. In ihr sollen sowohl der 16-Bit breite,
parallele SCSI-2-Bus unterstützt werden, wie auch neue serielle Interfaces. Zur
Zeit gibt es drei konkurrierende serielle Schnittstellen, mit den
Bezeichnungen
Fibre-Channel (von einem Industriekonsortium und von
der ANSI normiert), Firewire (von Apple entwickelt, IEEE Standard P1394a,
IEEE 1394-1995 ) und SSA (Serial Storage Architekture von IBM).
SCSI-3 tritt oftmals auch unter anderen Bezeichnungen auf wie
Ultra SCSI oder Ultra2 SCSI. Welche der drei Schnittstellen den Vorzug erhält,
steht noch nicht fest. Da jede Schnittstelle Vor- und Nachteile hat und von
verschiedenen Rechnerherstellern favorisiert wird, ist es möglich, dass alle
drei parallel existieren werden. Die Transferraten sollen bis zu 100 MByte
betragen, die Kabellängen größer 1 km sein und wesentlich mehr Geräte
anzuschließen sein. Als Übertragungsmedien sind Koaxkabel und Lichtleiter
geplant.
Die Grafik zeigt die Unterschiede der einzelnen SCSI
Standards.

Abbildung: SCSI
Unterschiedsmerkmale
Die Grafik zeigt die Unterschiede der neueren, schnellen
SCSI Versionen Wide SCSI und Ultra SCSI im Gegensatz zu Ultra2-SCSI.