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Centronics - Schnittstelle (Parallel)
Die Centronics-Schnittstelle
wurde vor vielen Jahren vom Druckerhersteller Centronics eingeführt und von
anderen Herstellern übernommen. Normalerweise ist diese Schnittstelle für den
Anschluss eines Druckers vorgesehen und wird auch in den meisten Fällen dafür
verwendet. Natürlich arbeiten auch z.B. externe Brenner oder Scanner über diese
Schnittstelle. Ein anderes großes Anwenderfeld sind Programme der höheren
Preiskategorien. Dort verwenden die Hersteller einen sogenannten Dongel
(Hardware-Kopierschutz). Dies ist ein Modul, das einfach zwischen die
Schnittstelle und den Drucker gesteckt wird. Dieses Modul wird für jedes
Programm individuell programmiert, so daß es für jede Seriennummer einen Dongel
gibt.
Elektrisches und
Mechanisches:
Es gibt zwei unterschideliche Formate für die
parallele Schnittstelle:
den 'echten' Centronics und das
IBM-Format
Diese beiden Steckverbinder sind hier
dargestellt.
 |

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| Bild 1: IBM-Format |
Bild 2: 'echter'
Centronics | Folgende
Tabelle zeigt die Pinbelegung beider Stecker:
| Pin Cen |
Pin IBM |
Name |
Sender |
Funktion |
|
1 |
1 |
/Strobe |
CPU |
Übernahmeimpuls für die Daten (fallende
Flanke) |
|
2 |
2 |
Daten 0 |
CPU |
Datenleitung (niederwertigstes Bit) |
|
3 |
3 |
Daten 1 |
CPU |
|
|
4 |
4 |
Daten 2 |
CPU |
|
|
5 |
5 |
Daten 3 |
CPU |
|
|
6 |
6 |
Daten 4 |
CPU |
|
|
7 |
7 |
Daten 5 |
CPU |
|
|
8 |
8 |
Daten 6 |
CPU |
|
|
9 |
9 |
Daten 7 |
CPU |
Datenleitung (höchstwertigstes Bit) |
|
10 |
10 |
/Acknlg |
Drucker |
Übernahmebestätigung für Daten
(low-Pegel) |
|
11 |
11 |
Busy |
Drucker |
Empfangsbereitschaft, wird durch low-Pegel
signalisiert |
|
12 |
12 |
PE |
Drucker |
Papiermangelanzeige |
|
13 |
13 |
SLCT |
Drucker |
Zeigt 'Online'-Status des Druckers an |
|
14 |
14 |
Auto Feed |
CPU |
Automatisches Einfügen eine Line-Feeds bei
low-Pegel |
|
15 |
- |
bc |
- |
nicht benutzt |
|
16 |
- |
0V |
- |
logischer Massepegel |
|
17 |
- |
Chassis |
GND |
Masse (Druckergehäuse) |
|
18 |
- |
+ 5 Volt |
- |
+ 5 Volt geregelt |
|
19 |
18 |
GND |
- |
Masseleitungen(bei Centronics) |
|
30 |
25 |
GND |
- |
verdrillt mit Leitung 1..12 |
|
31 |
16 |
/INIT |
CPU |
Initialisierung des Druckers und leeren des Puffers
durch low-Pegel |
|
32 |
15 |
/ERROR |
Drucker |
Fehleranzeige |
|
33 |
- |
GND |
- |
Masseleitung |
|
34 |
- |
nc |
- |
nicht benutzt |
|
35 |
- |
+ 5 Volt |
- |
+ 5 Volt geregelt |
|
36 |
17 |
/SLCT IN |
CPU |
Aktivierung des
Druckers |
Der
Unterschied zwischen dem Centronics und dem IBM Stecker ist, daß beim Centronics
wesentlich mehr Massleitungen vorhanden sind. Wenn man sich den Amphenolstecker
(so heißt der von der Centronics Schnittstelle) näher anschaut, so stellt man
fest, daß die Masseleitungen ( Pin 19 bis 30 ) genau gegenüber einer Daten- oder
Steuerleitung liegen. Es wird also für jede Leitung eine eigene Masseleitung
verwendet. Die beiden Leitungen (Signal und Masse) sind miteinander verdrillt,
so kann die Störfestigkeit des Kabels erhöht werden. An Pin 18 stellt das
Endgerät eine geregelte Spannung von + 5Volt zur Verfügung. Die zugehörige Masse
findet sich auf Pin 17. Die Masse der logischen Signale liegt auf Pin 16. Dies
waren nur Leitungen der 'originalen' Centronics Schnittstelle. Bei den anderen
Signalen, die beide gemeinsam haben unterscheidet man zwischen Datenleitung,
Steuerleitung und Meldeleitungen. Die Schnittstelle verfügt über 8
Datenleitungen, die mit D0 bis D7 bezeichnet sind. Auf ihnen werden immer 8 Bits
(1 Byte) gleichzeitig übertragen. Das niederwertige Bit ist auf D0 das
höchstwerige Bit D7. Die Datenübertragung erfolgt unidirektional vom Computer
zum Endgerät.
Funktionsweise der Datenübertragung:
Zuerst
wird vom Prozessor ein Byte auf die Datenleitungen geschrieben. Mit einem low
Pegel auf /Strobe wird dem Endgerät mitgeteilt, das die Daten gültig sind. Nach
dem Empfang der Daten signalisiert das Endgerät dem PC durch Aktivierung des
Busy Signal, daß es nach mit der Abarbeitung beschäftigt ist. Bei einem Drucker
wird dieses Signal z.B. beim Papiervorschub, bei einem Fehler, bei der
Initialisierung und während der Dateneingabe aktiviert. Ist das Endgerät mit der
Abarbeitung fertig, so wird dies dem Computer durch aktivierung des Acknowledge
gezeigt. Danach können sofort weitere Daten geschickt werden. Diese Prozedur
wird 3-Draht-Handshake der Centronics Schnittstelle genannt. Die Signale der
Centronics Schnittstelle haben alle TTL-Pegel und sind in positiver Logik
ausgeführt.
Kommen wir nun noch zu den
Meldeleitungen:
Wenn einem Drucker das Papier ausgeht, so melde
er dies über Paper empty (PE). Ist also der Drucker am Blattende, so wird der
Druckvorgang unterbrochen und der logische Pegel auf PE wechselt von low nach
high. Wenn nun ein neues Blatt eingelegt wird so wird diese wieder deaktiviert.
Durch das Select Signal wird dem Computer mitgeteilt, ob sich der Drucker im On-
oder Offlinemodus befindet. ( high = online, low= offline). Ein low Pegel auf
Auto Feed XT führt zu einem automatischen Zeilenvorschub des Druckers. Durch das
Signal INIT hat der Computer die Möglichkeit, ein angeschlossenes Gerät in
seinen Anfangszustand zurück zu setzen. Bei einem Drucker bedeutet dies, leeren
des Druckerpuffers und Neupositionierung des Druckkopfes. Sind mehrere Drucker
angeschlossen, so können die einzelnen über Select in angesprochen werden.
Stellt der Drucker einen internen Fehler fest, so kann er dies dem PC mit dem
Error Signal mitteilen.
Die Register der Centronics
Schnittstelle:
| Adresse |
Ein- bzw. Ausgang |
Bit 7 |
Bit 6 |
Bit 5 |
Bit 4 |
Bit 3 |
Bit 2 |
Bit 1 |
Bit 0 |
| Basisadr. |
E |
Ausgabedaten (höchstwertig) |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
Ausgabedaten (niederwertig) |
| Basisadr.+1 |
E |
Busy |
acknlg |
paper empty |
Select In |
Error |
- |
- |
- |
| Basisadr.+2 |
A |
- |
- |
- |
Interrupt ermöglichen |
Init |
Select |
Auto Feed XT |
Strobe | Auf der Basisadresse liegt ein Register mit den 8 Datenbits. Auf
dieses kann sinnvollerweise nur schreibend zugegriffen werden. Man kann dies
zwar auch lesen, sieht dann aber nur die vorher hineingeschriebenen Daten. Die
hineingeschriebenen Daten werden sofort auf den 8 Datenleitungen ausgegeben. Mit
dem nächsten Register (BA +1) können die Zustände der ankommenden Leitungen
ausgelesen werden. Die untersten 3 Bits sind unbenutzt. Die restlichen Bits
enthalten die Signale wie beschrieben. Das Signal Acknowledge jedoch löst bei
einer fallenden Flanke einen Hardwareinterrupt mit der Nummer 0Fh aus. Vom
Prozessor wird dann an eine Interrupt Service Routine gesprungen, und dieses
Unterprogramm abgearbeitet. Das dritte Register an BA+2 ist auch ein reines
Schreibregister. Mit dem Bit 3 kann die Interruptfähigkeit eingeschaltet werden.
Die Bits 5-7 sind unbenutzt.
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