Bluetooth
Den Namen Bluetooth ('Blauzahn') wählte die schwedische Firma Ericssonals Initiator dieser Technologie in Erinnerung an den vor rund 1000 Jahren in Dänemark herrschenden König Harald II, der diesen Beinamen trug. Wegen des durch ihn eingeleiteten, erfolgreichen Zusammenschlusses einzelner Gebietsteile zu einem einheitlichen Königreich genießt der Name dieses Herrschers auch heute noch einen guten Ruf und steht als Synonym für fortschrittliches Denken auf Basis eines großen Grundgedankens - ähnlich ist es bei der danach benannten Funk-Netzwerktechnologie 'Bluetooth'.
Grundgedanke:
Der Grundgedanke war und ist
es, eine preiswerte und energiesparende Funkverbindung zu schaffen, die
Kabelverbindungen auf kurze Distanz (- 10m) vollständig ersetzt. Es ist kein
Sichtkontakt wie bei Infrarot-Übertragungstechniken (z.B. IrDA) nötig. Bluetooth
ist vom technischen Ansatz her praktisch in allen elektronischen Geräten,
die eine Datenkommunikation in irgendeiner Weise betreiben,
integrierbar.
Begründung des Standards:
Bluetooth wurde der
Öffentlichkeit als lizenzfreie Spezifikation im Mai 1998 von der Bluetooth SIG
(Special Interest Group) vorgestellt. Die Entwicklung des Standards der Version
1.0 wurde im Juli 1999 abgeschlossen.
Hinweis:
Um die Funktionsfähigkeit
der Bluetooth Produkte zu gewährleisten behält sich die SIG im Rahmen des
"Qualification Program" eine Art "Zertifizierung" mit Test der Produkte vor. Die
SIG wurde auf Initiative von Ericsson gegründet. Gründungsmitglieder der SIG
waren Ericsson, IBM, Intel, Nokia, Toshiba.
Chipsatz
Grundkomponenten (Funktionseinheiten):
HF-Teil (Bipolar Technik)
Der HF-Teil
enthält außerdem integriert den Sende/Empfangsumschalter, sowie die Antenne in
Form einer kurzen Streifenleitung. Die Sendeleistung des HF-Teils beträgt in
der jetzigen Spezifikation 1 mW, zukünftig ist eine Sendeleistung von bis zu 100
mW geplant.
Basisband-Controller (MOS
Technik)
Der Basisband-Controller stellt das Interface zum Host-System
dar (z.B. PC, Handy, Drucker, Laptop).
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Arbeitsbereich (Technische Basis):
2,402 GHz
- 2,480 GHz (lizenzfreies ISM-Band) Industrial, Scientific, Medical
Hinweis:
Je nach globalem Standort kann
die Anzahl der Kanäle auch eingeschränkt sein. So sind in Frankreich, Spanien
und Japan wegen anderer Nutzung des ISM-Bands weniger Kanäle verfügbar.
Übertragungsmethode:
Frequency Hopping ("Frequenz
Sprungverfahren")
Die Frequenz des Trägersignal ist nicht konstant, sondern
springt in 79 Schritten in 1 MHz Abständen im ISM-Band. Die Frequenzwechsel
erfolgen bei 1600 Hz. Das Frequeny Hopping dient der Verschlüsselung, der
Abhörsicherheit (Lauscher bzw. Eindringlinge ins Netz) und um HF-Störungen durch
Strahler (Sender, z.B. Funkdienste) auszuweichen
Steuerung
(Koordination):
Der Basisband-Controller steuert die gesamte
Kommunikation, die im üblichen aus einer Kombination von Circut- und
Packet-Switching-Techniken besteht, also mit verschiedenen in
"Zeit-Slot´s"(Zeit Fenstern) untergebrachten Datenpaketen
arbeitet.
Datenübertragung:
Prinzipiell unterstützt das
Bluetooth-Protokoll einen synchronen Datenkanal, sowie bis zu drei synchrone
Sprachkanäle oder einen Kanal, der gleichzeitig asynchrone Daten und synchrone
Sprachübertragung zulässt. Insgesamt ergibt sich eine Bruttodatenrate von 1
Mbit/s (geplant 2 Mbit/s in nächster Bluetooth Generation).
Bluetooth-Pakete können bis zu 2745 Bytes an Nutzlast transportieren,
aber auch "Leerfahrten" ohne Nutzlast sind möglich.
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Kommunikation zwischen
Bluetoothgeräten:
Bevor sie eine Verbindung im Netz aufbauen,
befinden sich Bluetooth-Geräte im Standby-Modus. Dabei suchen nicht verbundene
Geräte alle 1,28 Sekunden nach eventuellen Netznachrichten. Jedes Gerät
kontrolliert hierbei 32 Kanäle (Ländereinschränkungen möglich). Prinzipiell kann
jedes Gerät in einem Pico-Netz dieses initialisieren. Dieses Gerät ist dann
automatisch auch der Master, der die Slaves kontrolliert. Der eigentliche
Verbindungsaufbau erfolgt, wenn die Bluetooth-Adresse des Slaves bereits bekannt
ist, durch eine Page-Nachricht. Ansonsten sendet der Master eine
Inquiry-Nachricht (Rundruf), gefolgt von einer Page-Anforderung bei unbekannter
Adresse der Slaves.
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Stromsparfunktionen:
Neben dem Standby-Modus
ohne Netzverbindung sind noch eine Reihe weiterer Stromsparfunktionen möglich.
Hold:
Im Hold-Modus
bleibt das Gerät in das Pico-Netz integriert, es werden aber keine Daten
übertragen. Bei Bedarf startet die Datenübertragung verzögerungsfrei. Der
Hold-Modus kann vom Master für den Slave angeordnet werden. Anderseits kann der
Slave den Master auffordern, ihn in diesen Modus zu schalten.
Sniff:
Im Sniff-Modus
"lauscht" das Gerät in programmierbaren Abständen in das Netz.
Park:
Weiterhin lassen sich Geräte
im Netz parken. Hierbei verliert das Gerät seine MAC-Adresse (Media Access
Control) im Netz, kann den Netzverkehr also nur mehr mitverfolgen und
synchronisiert sich in größeren
Abständen.
Netztopologie:
Bluetooth unterstützt
Point-to-Point- und Point-to-Multipoint-Verbindungen. Bluetooth-Devices können
durch Zeitmultiplexverfahren Mitglieder in mehreren Pico-Netzen sein, es
entsteht dann ein sogenanntes Scatternet. Die einzelnen Pico-Netze lassen sich
durch unterschiedliche Hopping-Kanal-Folgen unterscheiden. Außerdem muss sich
der Slave in jedem Multiplex-Zeit-Slot neu auf den jeweils aktuellen Master
synchronisieren.
Anwendungen:
Standardgeräte sollen
"bluetooth"-fähig gemacht werden. Die neue Generation von PCs, Handys, Drucker
soll nach SIG schon den Chipsatz integriert haben. Um heutige Geräte den
Einstieg in die "Bluetooth" Technologie zu ermöglichen, haben die Hersteller
Zusatzkomponenten entwickelt.
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Aussichten:
Die Nächste Generation von
"Bluetooth" Chipsätzen wird als Einchiplösung angeboten, d. h. HF- und
Basisbandkontroller sind auf einem Chip integriert. Dies ermöglicht die neue
LTCC-Technologie (Low Temperature Cofire Ceramic).
Ideen und zukünftige Einsatzmöglichkeiten:
Diebstahl Schutz bei PKW mit Handy (PKW meldet Alarm an Handy, Handy
leitet den Alarm weiter). "Intelligenter" Einkaufsladen, Geschäft informiert den
Einkäufer per Handy über Sonderangebote oder Abfrage der Angebote in den
einzelnen Räumen. "Bluetooth" fähiger Fahrkartenautomat, Haushaltsgeräte steuern
per Handy (z.B. Heizung, Rollläden,
TV).
Marktprognosen:
Der mit "Bluetooth" ausgestatteten
Geräte bis Ende 2001 (laut SIG), über 100 Millionen Handys, mehrere Millionen
PCs, Notebooks...etc. Ab dem Jahr 2005 rechnet man mit bis 670 Millionen
"Bluetooth" Geräten.