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  • BeOS

    Im Jahr 1991 setzten sich die Gründer der Firma Be Inc. zusammen und Überlegten sich, was alles in ein neues Betriebssystem hineingenommen werden sollte. Sie nahmen das Beste aus allen gängigen Betriebssystemen, kombinierten es mit den neuesten technischen Errungenschaften und begannen, daraus die erste Version des BeOS zu entwickeln. Seitdem hat sich einiges getan, man wechselte vom Alpha-Prozessor zum PowerPC und ist schließlich heute beim Pentium-System gelandet.

    BeOS wurde im Sommer 1996 zum erstenmal auf der MacWorld Expo in Boston vorgestellt und dort konnte man eine kleine aber hartnäckige Fangemeinde für BeOS begeistern. Tatsächlich lizenzierten auch einige Firmen BeOS. Diese ersten BeOS Versionen waren ausschließlich für PowerPC-Architektur zu haben. Da BeOS von Grund auf neu entwickelt wurde, schleppt das Betriebssystem keine Altlasten früherer Versionen mit sich herum und bringt außerdem viele Vorteile anderer Betriebssysteme wie MacOS, Windows und Unix unter einen Hut.


    Aufbau von BeOS:



    BeOS-Anwendungen greifen als Clients auf einheitliche Server mit gleichen APIs zu. Deshalb brauchen Programme beim Portieren von einer Plattform auf eine andere, etwa vom Mac auf den PC, nur neu kompiliert zu werden. Jeder einzelne Server arbeitet multi-threaded, so daß das komplette Betriebssystem von mehreren Prozessoren profitiert.


    Features:

    Kleiner hochoptimierter Kern: BeOS bootet schnell (15 sec. auf PII/233) und besticht durch überwältigende Geschwindigkeit im Umgang mit Multimediadaten wie Audio, Video und 2D/3D-Grafik.

    Speicherschutz: Ein abstürzendes Programm reißt nicht das ganze System hinterher wie es z.B. bei Windows 9x und MacOS der Fall ist.

    Pervasives Multithreading: Multitasking innerhalb von Programmen. Jedes Programm wird in kleinere Teilprogramme zerlegt, die getrennt voneinder laufen. Jeder Task verbraucht dabei nur die Rechenleistung, die er tatsächlich auch benötigt.

    Multiprozessor-Unterstützung: Rechner mit zwei und mehr Prozessoren werden vom Betriebssystem unterstützt.

    64-Bit-Filesystem: Es können Dateien maximal 16,8 Mio. TeraByte groß werden (1 TeraByte=1024 GByte) im Gegensatz zu Windows, wo die Dateigröße auf 4 GByte beschränkt ist. 

    Umfangreiches Messaging-System, Programme können untereinander und mit dem System kommunizieren. Dadurch ist z.B. Drag&Drop zwischen Applikationen möglich.

    POSIX-Kompatibilität: Das Terminal des BeOS ist kompatibel zur UNIX-POSIX-Shell.

    Objektorientierter Aufbau: Für Programmierer ist das BeOS optimal; bis ins kleinste Detail ist es objektorientiert.


    Nachteile von BeOS:

    Trotz stetig steigender Anzahl gibt es noch nicht viele große Programme. Inzwischen haben sich allerdings bereits über 10.000 Entwickler registriert, darunter namhafte Firmen wie Steinberg, Maxon (Cinema 4D), Opera etc.

    Es wird nicht jede Hardware unterstützt, Pentium (oder komptibler) Prozessor ist Mindestvoraussetzung, nicht alle Grafik-, Sound-, SCSI-Karten etc. werden unterstützt. Das Problem hierbei sind wohl die Hersteller, die erst einmal dazu übergehen müssen, Treiber zu entwickeln.


    Warum BeOS ?

    Das BeOS reagiert sehr flüssig und prompt auf die Maus, BeOS ist sehr schnell:

                                                  Multiproccesing
                                                  Multithreading
                                                  Multitasking
                                                                                 => MEDIAOS

    Während man bei Windows/Linux/MacOS in aller Ruhe zum Kühlschrank gehen kann oder die Kaffeemaschine anschmeisst, ist das BeOS schon längst hochgefahren.
    Erst recht das Booten nach einem "unsauberen" Neustart (also wenn man den Computer während des laufenden Betriebs ausgeschaltet hat): Das BeOS fährt in praktisch der selben Zeit hoch wie bei einem normalen Start, ohne lästiges ScanDisk oder ähnliches, dank des journalierten Dateisystems (BFS). Durch die Kleinheit und Effizienz des BeOS fallen auch viele andere "Bremsen" weg. Das BeOS ist sehr stabil, da Protected Memory.


    Textbasierte Eingabeoberfläche (Shell):

    Das BeOS hat auch eine Shell. Es handelt sich dabei um eine Bash, die POSIX kompatibel ist. Wer nun voll Furcht an DOS-Zeiten zurückdenkt, sei beruhigt: Man kann auch komplett ohne die Shell auskommen. Die Shell unterstützt die gängisten Unixbefehle wie cd, ls, ...etc. Die Verzeichnisstruktur ist ähnlich aufgebaut wie unter Unix: mit einem Root-Directory, einem Home-Directory etc. Die Pfade werden im Format /boot/home/config/... angegeben, Laufwerke werden gemounted.


    Programmierung:

    Es wird eine C++ Entwicklungsumgebung mitgeliefert, so dass man sich gleich ans Experimentieren machen kann. Es sind auch viele Programmierbeispiele dabei. Das BeOS ist objektorientiert aufgebaut, d.h. man hat durchgehend mit Objekten und Methoden zu tun. Das BeOS ist in hohem Maße "multi-threaded", d.h. Programme bestehen in sich aus einzelnen Tasks oder besser gesagt Threads. Das mag sich jetzt vielleicht zunächst kompliziert anhören, aber es ist eigentlich recht einfach: Wenn man beispielsweise ein neues Fenster kreiert, wird automatisch ein neuer Thread erzeugt.


    BeOS "OpenSource" (frei erhältlich) ?

    Ein klares "Jein", zum einen ist die Personal Edition (eine geringfügig reduzierte Version) kostenlos downloadbar (worauf viele gerne "OpenSource" reduzieren). Zum anderen wurde der Quelltext für den Tracker und die Deskbar, die Hauptbestandteile der Benutzeroberfläche unter den Adressen http://www.opentracker.org und http://www.opendeskbar.org veröffentlicht und mit einer Lizenz ähnlich FreeBSD, die noch umfassender als die GPL ist, freigegeben.


    Was kann ich mit dem BeOS machen ?

    Der Softwarepool fällt sich zunehmends mit wirklich feinen Programmen. Viele Musik-Programme sind bereits erhältlich bzw. befinden sich in der Entwicklung, ebenso 3D-Programme (Maxon Cinema4D, Realsoft Real3D, Bryce4D) und es gibt auch breits eine "ganz normale" Office-Lösung: Gobe Productive, das in manchen Bereichen MS Office sogar schlägt. Man kann das BeOS schon recht gut zum Internet-Surfen verwenden (Opera, div. E-Mail-Programme) und selbstverständlich zum Programmieren.

    Allerdings ist die Auswahl noch weit von dem entfernt was z.B. Windows, MacOS oder Linux bieten.


    Dateiendungen:

    Sind unter BeOS nicht notwendig. Das BeOS markiert selbständig die Dateien, so dass es weiss, was dahinter steckt. Es kann aber auch jedes Programm, das Dateien erzeugt, gleich dieses "Attribut" mit abspeichern. Darüber hinaus kann man, wenn man es möchte, selbst für jede Datei bestimmen, welchen Dateityp (Filetype) und welches Icon sie hat und mit welchem Programm sie geöffnet werden soll.


    Die Verzeichnisstruktur:

    Das Dateisystem des BeOS ist ähnlich aufgebaut wie das von Unix (das BeOS ist POSIX-kompatibel), d.h. alle Ordner und Laufwerke befinden sich in einem Verzeichnisbaum. Laufwerke, die hinzukommen oder entfernt werden, müssen daher gemounted oder geunmounted werden. Wenn man auf dem Desktop die rechte Maustaste drückt, erscheint ein Popup-Menü, in dem es einen Menüpunkt namens "Mount" gibt. Wenn man dieses Untermenü öffnet, sieht man alle verfügbaren Laufwerke, alle gemounteten Laufwerke sind mit einem Häkchen gekennzeichnet. Um ein Laufwerk zu mounten oder zu unmounten, braucht man nur auf den entsprechenden Menüpunkt klicken. Wer vom Mac kommt, kann auch wie gewohnt Laufwerke unmounten, indem er sie über den Papierkorb (Trash) zieht. Die Wurzel bildet das Verzeichnis "/", das sogenannte Root-Verzeichnis. Alle Laufwerke befinden sich hier als Unterverzeichnisse. Das Boot-Laufwerk ist stets unter dem Namen "/boot" gemountet.


    Das Home-Verzeichnis:

    Auf dem Desktop befindet sich ein Link zum Home-Verzeichnis. Das Home-Verzeichnis enthält alle persönlichen Dateien, Einstellungen, etc. Hier sollte man alle Dokumente abspeichern, die man erstellt, hier werden auch Add-Ons für das System abgelegt, wie Treiber, Bildschirmschoner, Datenformate usw. Das Home-Verzeichnis befindet sich im Boot-Verzeichnis und ist immer unter dem Pfad "/boot/home" zu finden. Oftmals wird es durch die Tilde (~) abgekürzt.


    Workspaces:

    Das BeOS bietet die Möglichkeit, bis zu 32 virtuelle Bildschirme zu benutzen. Jeder Workspace kann eine individuelle Auflösung und Farbenanzahl haben, was oft sehr hilfreich ist. Um schnell zwischen den Workspaces hin- und herzuspringen kann man die Tastaturkürzel Strg-F1 bis Strg-F12 für die ersten zwölf Workspaces benutzen. Auch das "Workspaces"-Programm aus den Preferences ist sehr hilfreich.


    Präemptives Multitasking:

    Beim präemptiven Multitasking werden Applikationen in einzelne Threads aufgeteilt. Diesen Threads wird, entsprechend ihrer Wichtigkeit, von einem Scheduler Rechenzeit zugewiesen. Das heißt, daß im Gegensatz zum kooperativen Multitasking das Betriebssystem ständig die Kontrolle behält. Innerhalb eines Threads wird nach wie vor nur eine Instruktion nach der anderen ausgeführt.

    Protected Memory:

    Wenn ein Computer aufgrund seines Betriebssystems zur Mehrprogrammverarbeitung fähig ist, müssen Vorkehrungen getroffen werden, um zu verhindern, daß Programme im Arbeitsspeicher auf Speicherbereiche anderer Programme zugreifen. Dazu wird der Speicher in Bereiche fester und variabler Länge unterteilt und diese Bereiche den Programmen mit unterschiedlicher Zugriffsberechtigung zugeteilt.

    Virtual Memory:

    VM ist ein Speicher, der Rücksicht auf den tatsächlich vorhandenen Arbeitsspeicherplatz verwendet werden kann. Dieser außerhalb des Arbeitsspeichers liegender Direkt-Zugriffsspeicher enthält Programme und Daten, auf die über virtuelle Adressen zugegriffen werden kann. Der Direktzugriff auf einzelne Bytes erfolgt durch die Aufteilung des Speichers in einzelne Segmente und der Segmente in Seiten. Wird im Programm eine virtuelle Adresse angesprochen, so lädt ein spezieller Teil des Betriebssystem den unter der Adresse gespeicherten Inhalt erst in den Arbeitsspeicher ( Paging ). Mit der Methode des virtuellen Speichers wird dem Nutzer ein großer Arbeitsspeicher simuliert.

    Multiprocessing:

    Multiprocessing ist die Bezeichnung für ein System, das eine echte gleichzeitige Verarbeitung von mehr als einem Programm auf einem Computer zuläßt. Vorraussetzung ist das Vorhandensein von mehr als einem Prozessor.

    API:

    Kurzform für Application Programming Interface. Eine normierte Softwareschnittstelle für den Funktionsaufruf eines Betriebssystems oder einer Benutzeroberfläche wie BeOs.

    File Sharing:

    File-Sharing ist die Bezeichnung für eine Regelung, die es erlaubt, daß mehrere Anwender gleichzeitig Zugriff auf eine Datei haben können. Dieser Zugriff bezieht sich dabei im Allgemeinen nur auf Lesevorgänge. Der Schreibvorgang wird nicht mehreren Nutzern gleichzeitig ermöglicht. Beim BeOS gibt es eine Vermischung aus Datenbank und Dateisystem, wodurch diverse Abfragemöglichkeiten (Live-Queries) eine Datensynchronisation ermöglichen, d.h. der Datenbestand z.B. von Faxsoftware und anderen Adressverwaltungsprogrammen kann durch eine Abfrage aktualisiert werden.

    Quellen :

    http://www.maybe.de
    http://www.believe.de
    http://www.beosonline.de/
    http://www.pritschow.de/sebastian/





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